< zurück

Unsere Geburt ist eine prägende Erfahrung fürs Leben. Die Geburt ist der Schritt von der körperlichen Einheit mit der Mutter zur eigenständigen Existenz. Und erst nach der Geburt fängt das Kind an selber zu atmen. Diese Erfahrung ist einer der Grundbausteine für unsere Psyche. Geht dieser Übergang behutsam, liebevoll, sogar energetisch und freudig vonstatten, ist das Leben natürlicherweise ein freundlicher Platz, genau wie die Zeit der Einheit mit der Mutter. Die Mutter wird sozusagen grösser, sie erweitert sich, und wir haben dann die Mutter Erde. Findet die Geburt auf eine für das Kind unfreundliche oder sogar bedrohliche Weise statt, mit Trennung von der Mutter, wird die Welt zum Ende des Paradieses, zu einem unfreundlichen oder sogar feindlichen Platz, in dem man sich behaupten muss, überleben muss, Gefühle unterdrücken und mitspielen muss. Krishnamurti beschreibt das so schön in seiner Autobiographie, wo er über seine Geburt in Südindien redet, als Kind einfacher Leute. Mutter und Kind verbrachten nach der Geburt noch 10 Tage in einem dunklen Raum, und wenn das Kind nicht am Körper der Mutter war, wurde es in einem Tuch das an der decke hing sanft geschaukelt. Erst nach 10 Tagen begann man langsam damit, allmählich Licht in den Raum zu lassen. In dieser Gruppe schauen wir uns unsere Geburt, und die Prägungen die dabei stattgefunden haben an, und erkennen wie diese Prägungen unser Leben aus dem Unbewussten wieder und wieder steuern. Durch Körper- und Atemarbeit können alte festgehaltene Gefühle ausgedrückt und losgelassen. Und mit dem Geburtsprozess, dem Nachstellen der Geburt kreieren wir eine neue Erfahrung der Geburt, die uns tief im Inneren eine neue Beziehung zum Leben gibt.

An Silvester feiern wir gemainsam das neue Jahr, und gleichzeitig symbolisch die Neugeburt.

verwandt: