< zurück

Von Swami Alok Bhagat

Die Frage ob man mit dem Meister bleibt, nachdem er seinen Körper verlassen hat, oder ob man sich einen neuen Meister sucht, ist eine der zentralen – oder vielleicht die zentrale – Frage für einen Sannyasin. Und wenn ich mir die verschiedenen Seiten anschaue, und höre was meine Freunde so an Erfahrungen machen, wohl eindeutig jenseits von richtig oder falsch.

Ich bin immer noch mit Osho, ich meine damit, ich habe mir bis jetzt keinen anderen Meister gesucht, um mit ihm in Stille zu sitzen oder zu arbeiten. Ich habe gespürt, dass etwas Wichtiges für viele meiner Freunde mit anderen Meistern jetzt nach Osho geschehen ist, aber mich hat keiner berührt, und nach einem Meister zu suchen fühlt sich schlichtweg lächerlich an.

Vielleicht kann ich das klarer machen, wenn ich von meiner Begegnung mit Osho erzähle.

Ich hatte gerade meine allererste Gruppe mitgemacht, eine Rebirthinggruppe an einem Nichtsannyasplatz, das war 1982. Es war eine gute Erfahrung gewesen, und nachher wusste ich, dass es etwas für mich gab in Gruppen, ich wusste auch dass ich auf Nummer sicher gegangen war, und so entschloss ich mich 2 Wochen später, an einer Primärgruppe im Sneha Rajnesh Sannyas Ashram teilzunehmen, mittem auf em Land in Bayern, nicht weit von meinen Wurzeln. Diesmal „ging ich dafür“, und die Gruppe rollte über mich hinweg wie eine riesige Welle. Ich wusste nicht wo oben und unten war, aber ich fühlte eine Riesenerleichterung.

Nach dem Ende der Gruppe ging ich zum Gruppenleiter, in meiner Unerfahrenheit und Aufregung ignorierte ich seine Signale ihn alleine zu lassen (später erkannte ich dass ich etwas registriert hatte, aber nicht wusste was es heissen sollte) um ihn zu umarmen und ihm zu danken. Er machte sofort auf, strahlte mich an, und wir umarmten uns, und – es war als ob der Blitz mich getroffen hätte – er war plötzlich weg, und Osho stand vor mir mit seinem unverschämten liebevollen Lächeln. Ich war in einem Zustand von No-Mind. Da war kein Denken, da war kein Fühlen – da war Nichts. Und das Einzige was ich in diesem Moment wusste, war, „Ich muss Sannyas nehmen“. Es war bereits passiert, in diesem Moment. Is war nicht ich der dachte, oder beschloss, oder hoffte, oder irgendsowas – „Etwas“ hatte getan was es tun wollte. Und ich konnte entweder mitgehen, oder dagegen kämpfen, ganz einfach. Und es war klar für mich von diesem Moment an, dass ich um „Sannyas“ fragte, wie das damals hiess, obwohl ich noch 2 Wochen um den heissen Topf herumschlich, bevor ich den Mund aufmachte, in Bluejeans - damals war noch Rot und Mala – und erst später hörte ich wieviele Leute wegen soetwas oder anderen Gründen weggeschickt wurden.

Was passiert war, war so sehr jenseits meiner bekannten Welt, aber es stand ausser Frage Nein zu sagen.

Osho hatte mich getroffen.

Wie konnte er das machen? Wie wusste er von mir? Wie tat er es? Ich habe keine Ahnung wie ein Meister seine Arbeit macht, ich kann nur sehen dass er sie tat. Es war nicht ich, der etwas tat in diesem Moment. Zurückschauend wie es mir damals ging, wundere ich mich nur, wie er es schaftte durch all meine Schutzmechanismen durchzudringen, und mich so tief zu berühren, dass ich danch fragte Sannyasin eines indischen Gurus werden zu dürfen, ohne jegliche Erfahrung in dieser Richtung.

Jetzt ist es 20 Jahre später, und es ist über 12 Jahre, dass er seinen Körper verlassen hat, und er ist immer noch mein Meister. Nicht weil ich beschlossen hätte, bei ihm zu bleiben, sondern einfach weil es so ist. Kein anderer Meister hat mich getroffen – also was tun? Es war nicht „Ich“, der es vor 20 Jahren „gemacht“hat, und ich kann es auch jetzt nicht machen. Würde es nicht leichter sein, mehr „social“, „offener“, mit alten Freunden mitzugehen und mit diesem oder jener Erleuchteten zu sitzen, um wieder jemanden dort vorne sitzen zu haben?

Ich habe Sogyal Rinpoche gesehen, dessen Bücher ich sehr liebe, und dessen Präsenz wundervoll war, und eine tiefe Ruhe und Heiterkeit gefühlt, wie so oft, wenn ich Tibeter treffe, ich fühle mich zuhause mit ihnen, und spüre einen inneren Frieden in ihrer Anwesenheit. Sie sind meine Freunde, wertvolle Freunde, aus vielen Leben nehm ich an, aber niemand hat diese Ebene in mir berührt, die Osho berührte.

Das ist ein unglaublich sensibler Seiltanz, auch gerade nachdem was Osho selber über den Gegensatz zwischen mit einem Meister sein und organisierten Religionen gesagt hat. Als coordinator eines Osho Meditationszentrums kommuniziere ich mit den „offiziellen“ Osho Institutionen, und oft weiss ich nicht, was ich davon halten soll, was ich da höre. Ich weiss nur Eines: Er ist da, in mir, und ich kann nur meinen Weg weitergehen, so bewusst wie möglich, und alles was geschieht als Möglichkeit zu wachsen nutzen.

Dieser eine Moment vom Blitz eines erleuchteten Meisters getroffen zu werden hat also meinen Lebensweg seit damals bestimmt. Manchmal geht mein „Mind“ bananas, wenn ich mir die Welt anschaue, und dann mein Leben, und was ich in dieser Welt mache. Es braucht wieder und immer wieder Vertrauen, ja zu sagen, und wieder ja zu sagen. Aber ich spüre, dass dieser Blitz mir eine Menge Energie gegeben hat, auch wenn ich das nicht direkt spüren oder erkennen konnte damals.

Ich erinnere mich, Osho gehört zu haben, wie er sagt, dass es der Meister ist, der den Schüler ruft. Es ist nicht der Sdchüler der den Meister wählt. Das trifft definitiv auf mich zu, und wenn ich mir anschaue wieviel ich von Osho bekommen habe, wie er mein Wesen geöffnet hat, wie könnte ich mich anders als dankbar fühlen? Was immer ich in meiner Arbeit mit Menschen teilen kann, ist nur ein kleines Danke zu ihm, für all das was ich von ihm bekommen habe. Und ich fühle mich zutiefst dankbar für das Alles.

Der Name den er mir gegeben hat, Swami Akok Bhagat, heisst „a follower on the path of love“, Inder übersetzen ihn gewöhnlich kürzer: „devotee“, einer der Hingabe zu seinem Meister hat.

Was ich verstanden habe ist: Es geht nicht um die Person zu der man Hingabe fühlt - sie ist nur eine Gelegenheit – es geht um die Erfahrung von Hingabe selbst. Aber diese Erfahrung geschieht wenn Du Deinem Meister begegnest.

Von Swami Alok Bhagat

verwandt: